Der leucistische Axolotl, liebevoll “Lucy” genannt, ist die bekannteste und beliebteste Axolotl-Morphe im Heimtierhandel. Sein blassrosa-weisser Koerper und die dunklen Augen machen ihn sofort erkennbar und unglaublich fotogen.
Aussehen
Leucistische Axolotl zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- Koerper: durchscheinend weiss bis blassrosa Haut
- Augen: dunkel (schwarz oder dunkelbraun), deutlich sichtbar
- Kiemen: leuchtend rosa bis tiefrot, mit sichtbaren Blutgefaessen
- Bauch: etwas undurchsichtiger weiss
- Flecken: manche leucistische Axolotl entwickeln im Alter dunkle Sommersprossen, besonders an Kopf und Ruecken
Die rosa Faerbung stammt von Blutgefaessen, die durch die durchscheinende Haut sichtbar sind, nicht von rosa Pigment. Die Kiemen erscheinen besonders lebhaft, weil sie dicht mit Blutgefaessen fuer den Sauerstoffaustausch durchzogen sind.
Leucistisch vs. Albino: Die wichtigsten Unterschiede
| Merkmal | Leucistisch | Albino |
|---|---|---|
| Augenfarbe | Dunkel (schwarz/braun) | Rot oder rosa |
| Koerperfarbe | Weiss-rosa | Weiss oder goldgelb |
| Lichtempfindlichkeit | Normal | Erhoeht (kein Augenpigment) |
| Sommersprossen | Koennen dunkle Flecken entwickeln | Niemals dunkle Flecken |
| Kiemenfarbe | Rosa bis rot | Rosa bis rot |
Das entscheidende Unterscheidungsmerkmal ist die Augenfarbe. Sind die Augen dunkel, ist es ein leucistischer Axolotl. Sind die Augen rot oder rosa, handelt es sich um einen Albino.
Genetik
Leucismus bei Axolotl wird durch eine Mutation im “d”-Gen (dark) verursacht, die die Melaninverteilung in der Haut reduziert, waehrend sie in den Augen erhalten bleibt. Es handelt sich um ein autosomal rezessives Merkmal: Beide Eltern muessen das Gen tragen, damit leucistische Nachkommen entstehen.
Die Verpaarung zweier leucistischer Axolotl ergibt 100% leucistische Nachkommen. Die Kreuzung eines leucistischen mit einem Wildtyp (ohne das Gen) ergibt in der ersten Generation 0% leucistische Tiere, aber alle Nachkommen tragen das Gen.
Die “Dirty Lucy”-Variante
Manche leucistische Axolotl entwickeln deutliche dunkle Flecken oder Sommersprossen, besonders an Kopf, Ruecken und Schwanz. Diese werden manchmal als “Dirty Leucistic” oder “Dirty Lucy” bezeichnet. Es handelt sich nicht um eine eigene Morphe, sondern um eine natuerliche Variation, bei der Melanophoren in bestimmten Bereichen teilweise exprimiert werden.
Dirty-Lucy-Axolotl sind voellig gesund. Viele Halter finden das gesprenkelte Muster sogar attraktiver als ein rein weisses Tier.
Pflegetipps
Leucistische Axolotl benoetigen keine spezielle Pflege im Vergleich zu anderen Morphen. Die Standardrichtlinien gelten:
- Temperatur: 16-20 Grad Celsius
- pH-Wert: 6,5-8,0
- Ammoniak/Nitrit: 0 ppm
- Futter: Regenwuermer, Pellets, Mueckenlarven
- Becken: mindestens 75 Liter mit Verstecken
Die helle Haut macht es etwas einfacher, Gesundheitsprobleme wie Roetungen, Pilz oder Verletzungen fruehzeitig zu erkennen, was gerade fuer Anfaenger ein Vorteil ist.
Preis und Verfuegbarkeit
Leucistische Axolotl gehoeren zu den haeufigsten und guenstigsten Morphen:
- Standard leucistisch: 30-60 Euro
- GFP leucistisch: 50-100 Euro (leuchtet unter UV-Licht)
- Dirty leucistisch: 30-60 Euro (gleicher Preis wie Standard)
Sie sind bei Zuechtern, in Zoohandlungen und Online-Shops weit verbreitet. Dank ihrer Beliebtheit sind sie fast immer verfuegbar. Alle erhaeltlichen Morphen im Vergleich finden sich in unserem Axolotl-Farben-Ueberblick.
Haufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen leucistischen und Albino-Axolotl?
Was kostet ein leucistischer Axolotl?
Brauchen leucistische Axolotl besondere Pflege?
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