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Wo leben Axolotl? Lebensraum und Artenschutz

Wo Axolotl in der Wildnis leben, warum sie vom Aussterben bedroht sind und welche Schutzmassnahmen es gibt. Xochimilco-See und aktuelle Artenschutzprojekte.

Der Axolotl stammt aus einem der einzigartigsten und am staerksten bedrohten Lebensraeume der Erde: dem alten Seensystem von Xochimilco in Mexiko-Stadt.

Natuerlicher Lebensraum: Xochimilco-See

Axolotl bewohnten urspruenglich zwei Hochlandseen in der Naehe von Mexiko-Stadt: den Xochimilco-See und den Chalco-See. Der Chalco-See wurde in den 1970er-Jahren fuer die staedtische Entwicklung trockengelegt, wodurch Xochimilco als einziger verbleibender Wildlebensraum uebrig blieb.

Der Xochimilco-See ist ein Netzwerk aus Kanaelen und kuenstlichen Inseln, den sogenannten Chinampas. Dieses System schwimmender Gaerten geht auf die Zivilisation der Azteken zurueck. Das Wasser ist kuehl (12-20 Grad Celsius), relativ flach und reich an Vegetation, was die perfekte Umgebung fuer Axolotl bietet.

Wildpopulation des Axolotl

Die Lage ist besorgniserregend. Wissenschaftliche Erhebungen zeichnen ein deutliches Bild:

JahrGeschaetzte Dichte
19986.000 pro km Quadrat
20041.000 pro km Quadrat
2008100 pro km Quadrat
201436 pro km Quadrat
2020+Weniger als 36 pro km Quadrat

Die wilde Axolotl-Population ist innerhalb von nur zwei Jahrzehnten um ueber 99% zusammengebrochen.

Warum sind Axolotl vom Aussterben bedroht?

Urbanisierung

Mexiko-Stadt (22 Millionen Einwohner) hat sich direkt ueber den Lebensraum des Axolotl ausgedehnt. Das Seensystem ist auf einen Bruchteil seiner urspruenglichen Groesse geschrumpft.

Wasserverschmutzung

Landwirtschaftliche Abwaesser, Kanalisation und Industrieabfaelle fliessen in die Kanaele von Xochimilco und verschlechtern die Wasserqualitaet auf ein Niveau, das Axolotl stresst oder toetet.

Invasive Arten

Tilapia und Asiatische Karpfen wurden zum Fischfang in die Kanaele eingesetzt. Diese invasiven Fische zaehlen zu den groessten Bedrohungen fuer Axolotl: Sie fressen Eier und Larven, konkurrieren um Nahrung und verringern den Fortpflanzungserfolg der Axolotl drastisch.

Lebensraumzerschneidung

Die verbliebenen Kanalnetzwerke sind voneinander getrennt, was die Vermischung der Axolotl-Populationen verhindert und die genetische Vielfalt verringert.

Artenschutzmassnahmen

Trotz der duessteren Zahlen gibt es Hoffnung:

  • Zuchtprogramme in Gefangenschaft an mexikanischen Universitaeten erhalten genetisch vielfaeltige Populationen
  • Chinampa-Restaurierungsprojekte bauen die traditionellen schwimmenden Gaerten wieder auf, die Lebensraum bieten
  • Kommunaler Naturschutz durch lokale Landwirte, die Chinampas pflegen und Axolotl-Habitate schuetzen
  • Forschungseinrichtungen weltweit untersuchen die Genetik des Axolotl, um eine zukuenftige Wiederansiedlung zu unterstuetzen
  • Oekotourismus in Xochimilco schafft Bewusstsein und finanziert Schutzmassnahmen

Axolotl in Gefangenschaft vs. in der Wildnis

Waehrend wilde Axolotl vom Aussterben bedroht sind, gedeiht die Population in Gefangenschaft. Millionen von Axolotl leben in Privathaltung, Labors und Zuchteinrichtungen weltweit. Die Zuchtpopulation ist genetisch von den Wildtieren verschieden, koennte aber kuenftig eine Rolle im Artenschutz spielen.

Das Paradoxon des Axolotl: Er koennte eines der ersten Tiere werden, das in der Wildnis ausgestorben ist, aber in menschlicher Haltung in grosser Zahl fortbesteht.

Haufig gestellte Fragen

Sind Axolotl vom Aussterben bedroht?
Ja. Axolotl werden auf der Roten Liste der IUCN als vom Aussterben bedroht gefuehrt. Die Wildpopulation ist in den letzten Jahrzehnten um ueber 90% zurueckgegangen. Es wird geschaetzt, dass weniger als 1.000 Exemplare in freier Wildbahn leben.
Gibt es Axolotl ausserhalb von Mexiko?
In freier Wildbahn kommen Axolotl ausschliesslich im Seensystem von Xochimilco in Mexiko-Stadt vor. In Gefangenschaft werden sie jedoch weltweit gezuechtet und sind im Zoohandel, in Labors und Aquarien verbreitet.
Warum sterben Axolotl aus?
Die Hauptbedrohungen sind Lebensraumzerstoerung durch die Urbanisierung Mexiko-Stadts, Wasserverschmutzung, eingefuehrte invasive Arten (Tilapia und Karpfen, die Axolotl-Eier und Larven fressen) sowie der Klimawandel.