Die Anatomie des Axolotls ist einzigartig unter den Wirbeltieren und erklaert sowohl seine besonderen Faehigkeiten als auch seine spezifischen Pflegebeduerfnisse.
Aeussere Kiemen
Die auffaelligsten Merkmale eines Axolotls sind seine drei Paare aeusserer Kiemen (Branchien):
- Befinden sich an beiden Seiten des Kopfes, direkt hinter den Augen
- Federartige, veraestelte Strukturen mit grosser Oberflaeche
- Durchzogen von Blutgefaessen (daher die rosa bis rote Faerbung)
- Dienen der Sauerstoffaufnahme direkt aus dem Wasser
- Gesunde Kiemen sind voll entfaltet und buschig, eingerollte Kiemen deuten auf Stress hin
Die Kiemengroesse und -farbe variiert je nach Morphe, Wasserqualitaet und Gesundheitszustand. Mehr dazu auf der Seite zur Kiemengesundheit.
Atmungssystem
Axolotl besitzen ein dreifaches Atmungssystem:
- Aeussere Kiemen: Hauptatmungsorgan, nimmt geloesten Sauerstoff aus dem Wasser auf
- Primitive Lungen: Unterentwickelt, aber funktional; Axolotl schnappen gelegentlich Luft an der Oberflaeche
- Hautatmung: Die durchlaessige Haut kann ebenfalls Sauerstoff aufnehmen
Gelegentliches Luftschnappen ist normal. Haeufiges Luftschnappen kann auf niedrige Sauerstoffwerte im Wasser hindeuten.
Augen
- Keine Augenlider: Typisch fuer aquatische Amphibien
- Eingeschraenktes Sehvermoegen: Axolotl sehen nur schlecht und reagieren hauptsaechlich auf Bewegung
- Lichtempfindlichkeit: Besonders bei Albino-Morphen ohne Augenpigment
- Irisfarbe: Variiert je nach Morphe (dunkel bei leucistisch/Wildtyp, rot bei Albino, golden bei Wildtyp)
Zaehne und Mund
- Zaehne: Winzige, zapfenfoermige Zaehne in beiden Kiefern
- Funktion: Festhalten der Beute, nicht Kauen
- Fressverhalten: Beute wird im Ganzen verschluckt
- Biss: Fuer Menschen voellig harmlos, fuehlt sich wie leichtes Kitzeln an
- Das charakteristische “Laecheln” ist anatomisch bedingt (natuerliche Mundform)
Haut
Die Axolotl-Haut ist besonders und erfordert spezielle Beachtung:
- Durchlaessig: Nimmt Stoffe direkt aus dem Wasser auf (daher ist Wasserqualitaet so wichtig)
- Empfindlich: Keine Schuppen, leicht verletzbar
- Schleimschicht: Schutzfilm, der nicht durch haeufiges Anfassen gestoert werden sollte
- Chromatophoren: Farbzellen (Melanophoren, Xanthophoren, Iridophoren) erzeugen die verschiedenen Farbmorphen
Gliedmassen
- Vier Beine mit deutlichen Fingern: 4 an den Vorderbeinen, 5 an den Hinterbeinen
- Zum Laufen auf dem Beckenboden genutzt, nicht zum aktiven Schwimmen
- Koennen bei Verlust vollstaendig regeneriert werden, einschliesslich Knochen, Muskeln und Nerven
- Die Regenerationsfaehigkeit ist eines der Hauptforschungsgebiete rund um Axolotl
Schwanzflosse
- Durchgehende Flosse vom Ruecken bis zur Schwanzspitze
- Dient der Fortbewegung im Wasser (seitliche Wellenbewegung)
- Kann ebenfalls regeneriert werden
- Bei juvenilen Tieren besonders ausgepraegt
Weitere Informationen zur einzigartigen Biologie der Axolotl auf der Seite zur Axolotl-Regeneration.